Prüfungen bei den Karate-Kids
Nachdem Eltern, Verwandte und Freunde erwartungsvoll auf den Bänken Platz genommen haben, betreten die TURA-Karatekids den Übungsraum mit einer kleinen Verbeugung. Damit danken sie fleißigen Händen, die die Halle bereitgestellt haben, sie regelmäßig reinigen sowie für Licht und Wärme sorgen. Auf ein Zeichen des TURA-Karate-Trainers Torsten Mußdorf (2.Dan), der mit „Sensei“ (Meister) angesprochen wird, stellen sich die Kinder in Windeseile in einer Reihe auf. Ruhe kehrt ein in der Halle, auch wenn eine kleine Anspannung in der Luft liegt. Denn alle wissen: Heute erfolgen die langersehnten Prüfungen für eine höhere Gürtelfarbe.
Nach einer kurzen Konzentrationsphase und der traditionellen Begrüßung sind die Anspannungen des Tages und die Nöte des Alltags ebenso vergessen wie Anwesenheit der Zuschauer. Jetzt kreisen die Gedanken nur noch um die verschiedenen Karate-Techniken, die zum Prüfungsprogramm gehören.
Mit wenigen Worten gruppieren Abteilungsleiter Jan Schiebold (1. Kyu) und Prüfungsassistentin Jennifer Müller (7. Kyu) die Kinder. Jan sagt die erst Technik an: „Hidari hanmi gamae.“ Während sich einige Eltern am Kopf kratzen, kennen sich die Kinder mit den japanischen Bezeichnungen der Techniken aus. Auf „ichi“ gehen sie mit links einen Schritt vor und sind nun bereit für die kommenden Übungen. Derweil macht sich Torsten, der über eine Prüferlizenz des Deutschen Karate-Verbands verfügt, erste Notizen. Am Ende der Prüfung sollen nämlich alle Kinder eine aussagekräftige Bewertung der gezeigten Techniken erhalten.
Mit einem „Kiai“ beenden die Kinder eine Kombination von mehreren Techniken. Das ist ein Kampfschrei, der dazu dient, die eigenen Muskeln anzuspannen, sich zu motivieren und (imaginäre) Gegner zu erschrecken. Es folgen Partnerübungen. Dabei geht es auf der einen Seite darum, den Abstand zum Partner zu überwinden und auf der anderen, den Abstand wieder herzustellen. Längst haben die Kinder Spaß am Prüfungsgeschehen und lassen sich auch nicht von einem Seufzer des Prüfers irritieren, weil sie bei einer Technik links mit rechts verwechselt haben. Neben den eigentlichen Techniken wird auf Körperspannung, Haltung und Ausstrahlung geachtet, denn innere Stärke und Selbstbewusstsein führen später dazu, dass Auseinandersetzungen vermieden werden und Konflikte durch die friedfertige Grundeinstellung, die dem Karatesport kennzeichnet, eine Lösung finden.
Am Ende der Prüfung steht ein Bewegungsablauf, bei dem zahlreiche Techniken nacheinander in acht unterschiedliche Richtungen gezeigt werden. Auch wenn die zehn Kinder die Übung gleichzeitig ausführen, ist Abgucken nicht möglich. Dafür sind die Bewegungen viel zu schnell. Ein Wohlwollendes Nicken von Prüfer Torsten kündigt an, was Eltern und Kinder erhofft haben: Alle haben die Prüfung bestanden und können sich am Ende über die Urkunde freuen, die den erreichten Gürtelgrad bestätigt.
Für Interessenten: Das Kinder-Karate (neun bis zwölf Jahre) erfolgt am Dienstag vom 17.00 bis 18.00 Uhr. Die Jugendlichen/Erwachsenen trainieren Dienstag von 18.00 bis 20.00 Uhr. Trainingsort ist jeweils die Sporthalle der Grundschule Harksheide Nord, Weg am Denkmal 9a.
Info zum Bild: Das Glück ist ihnen abzulesen. Vier Kinder haben den Grüngurt erreicht, drei den Orange- und drei den Gelbgurt. Abteilungsleiter Jan Schiebold (rechts) und Prüfungsassistentin Jennifer Müller (3. v.r.), die die Prüfung organisiert und beaufsichtigt haben, sowie Prüfer Torsten Mußdorf (links) freuen sich mit ihnen.



